1. Jahrestag der Oberschlesischen Tragödie (1945)

Nach der Einnahme Schlesiens durch die Russen im Frühjahr 1945 begannen die sowjetischen Geheimdienste mit der Verschleppung von Zivilpersonen aus Schlesien zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion. Aus Peterwitz wurden sieben Personen deportiert: Wilhelm Burda, Eryk Eichler, Józef Mende, Alojz Pientka, Walter Posmyk, Alojz Skerhut und Georg (Jerzy) Wieder.

Im Jahr 2021 erschienen drei Bände der Arbeit von Dr. Dariusz Węgrzyn mit dem Titel „Buch der Verhafteten, Internierten und Deportierten aus Oberschlesien in die UdSSR im Jahr 1945“. Die Zusammenstellung umfasst 46.202 Namen auf über 3.000 Seiten der Publikation. Darin finden sich auch Namen aus Groß Peterwitz:

  • Wilhelm Burda, geb. 07.02.1906, Groß Peterwitz, wohnhaft in Groß Peterwitz, von Beruf Landwirt, durch das NKWD (Narodnyj Komisariat Wnutriennych Dieł - Ludowy Komisariat Spraw Wewnętrznych) interniert, in die UdSSR (Sowjetrussland) deportiert. [Er kehrte Ende 1947 zurück; wir haben bereits über ihn geschrieben.]      
        
  • Eryk Eichler, geb. 28.08.1913, wohnhaft in Groß Peterwitz, von Beruf Schlosser, durch das NKWD interniert, in die UdSSR deportiert. [In den Kirchenbüchern von Peterwitz ist vermerkt: Edwin Heinrich Augustin Eichler, geb. 28.08.1913 in Braunsdorf (heute Brumovice nahe Opava); er heiratete 1940 Paula Mika.] Er kehrte zurück. Sie hatten einen Sohn Ginter und eine Tochter Hanny. In den 1970er-Jahren zogen sie nach Deutschland. Beruf: Kraftfahrzeugschlosser. Heute wohnt auf diesem Grundstück die Familie Majer.

  • Józef Mende, geb. 07.04.1899, Groß Peterwitz, von Beruf Landwirt, durch das NKWD interniert, in die UdSSR deportiert. [Er kehrte 1947 zurück; wir haben bereits über ihn geschrieben. Die Familie zog nach Deutschland.]

  • Walter Posmyk, geb. 17.07.1922, Groß Peterwitz, wohnhaft in Groß Peterwitz, von Beruf Landwirt, durch das NKWD interniert, in die UdSSR deportiert. [Walter Posmyk, Sohn von Kubulka, geb. 1922, damals unverheiratet; Sohn des Besitzers des Sägewerks in der Janowska-Straße. Nach seiner Entlassung aus Russland ging er direkt nach Deutschland, wo er eine Familie gründete. Er starb 1989.]

  • Alojzy Pientka, geb. 08.06.1898, Groß Peterwitz, wohnhaft in Groß Peterwitz, von Beruf Landwirt, durch das NKWD interniert, in die UdSSR deportiert. [Er kehrte nicht zurück. Wir haben bereits über ihn geschrieben.]

In der Ausarbeitung werden zwei Personen aus Groß Peterwitz nicht erwähnt:

    • Georg (Jerzy) Wieder (1911–1966), Landwirt vom „Końcuwsi“( Dorfende), in die UdSSR deportiert. Er soll – als einer der letzten – spätestens 1952 aus Sibirien zurückgekehrt sein. Er heiratete Jadwiga Labud, Tochter des Schmieds Labuda (Maciek) von der „Welká Strana“(Große Seite). Er war körperlich und nervlich völlig ausgezehrt. In seinen letzten Lebensjahren saß er oft auf einer Bank auf dem Hof. Wenn ein Familienmitglied kam, um ihm zu helfen, war seine Freude so groß, dass er weinte. Er starb im Alter von 55 Jahren.
      Als sein Vater Adolf Hermann (1875–1937) im Sommer Sand aus der Grube im „Obłański Dol“ (Felder vor Stoltzmütz) holte, erlitt er dort einen Schwächeanfall. Er starb wenige Tage später. Sein Urgroßvater Anselm Wieder (1807–1873) ist im Kirchenbuch vermerkt als: „auch genannt Anselm Czichoiolas“. Bis heute hat sich der Beiname dieser Familie als „Cichowloz“ erhalten.
  • Alojzy Skerhut (Schebesta) (1904–1986), Landwirt von der „Welká Strana.“(Große Seite)

 Fortsetzung folgt.

 Bruno Stojer

Übersetzt ins Deutsche von Lukas Kubiczek mit Hilfe von KI.